Warum...

SCHLUSS?!

Wann ist "Schnuller-Schluss"?


Der Schnuller sollte eigentlich dann abgewöhnt werden, wenn die Umstellung auf festere Nahrung erfolgt – rund um den 1. Geburtstag. Auch gut geformte Schnuller stören die natürliche Gebissentwicklung. Das kann man leicht nachvollziehen, wenn man sich den Schnuller einmal genauer ansieht: Er hat ein Luftpolster. Vereinfacht dargestellt: Die Zähne, die durchbrechen wollen, drücken den Schnuller ein bisschen zusammen – der „Luftballon“ aber verschafft sich Platz und drückt die Zähnchen dabei wieder zurück. So kann – wenn der Schnuller zu oft und zu lange im Mund ist - ein Überbiss entstehen, weil die Zähne versuchen, am Schnuller vorbei herauszukommen. Auch der Kieferbereich, in dem die Zähne sitzen, der so genannte Kieferkamm, wird dabei verändert und in eine falsche Position gedrückt.

Noch größer ist dieser Verschiebungsprozess, wenn das Kind am (eher harten) Daumen nuckelt. Während das Däumchen die oberen Zähne nach vorne drückt, kippen die unteren Zähne nach hinten – und die Faust am Ende des Däumchens tut ihr übriges, den Unterkiefer nach hinten zu schieben. So entstehen ein „offener Biss“ und/oder ein „Rückbiss“ (großer Abstand zwischen oberen und unteren Schneidezähnen).

Das Abgewöhnen des Schnullers fällt Kindern unterschiedlich schwer – manche trennen sich leicht und lassen sich auf eine „Vereinbarung“ mit den Eltern ein, beispielsweise, jeden Tag einen der herumliegenden Schnuller zu verabschieden und an einen Schnuller-Sammelzweig zu hängen: Ist er dann voll und alle Schnuller baumeln am Zweig, gibt es ein Geschenk.

Andere Kinder trennen sich schwer – vielleicht auch, weil der Schnuller für sie mehr bedeutet als Gelegenheitsnuckelei: So wie manche größeren Kinder an Bleistiften kauen oder Erwachsene Kaugummi (manche knirschen auch mit den Zähnen), so haben auch Kinder „Stress“ und manchmal Kummer. Nicht selten wird seelische Anspannung (oder auch innere Unruhe) über den Mund „abgeleitet“ und zeigt sich dann in intensiver Nuckelei, durch Lippensaugen oder Lippenbeißen, in Nägelkauen und ähnlichem Verhalten. Ehe man hier den Schnuller einfach „entzieht“, sollte man der Ursache auf den Grund gehen und vielleicht zusammen mit einem in Psychotherapie erfahrenen Kinderarzt eine dem eigenen Kind gemäße, individuelle Lösung finden – nicht nur den Zähnen zuliebe.