Warum...

PROBLEME...

...mit ungünstigen Angewohnheiten


Wenn der Zahnarzt oder Kieferorthopäde bei Kindern – zum Beispiel bei Schulbeginn – feststellt, dass ihre Zähne „falsch“ stehen, dann haben rund 50 Prozent dieser Kinder die ungünstige Mundsituation „geerbt“ bzw. sie ist angeboren. Fast die gleiche Anzahl Kinder kam aber mit gesunden Anlagen auf die Welt – sie haben die nun bestehenden Zahnstellungsprobleme selbst „erworben“. Das Kind hat beispielsweise zuviel und/oder falsch genuckelt, zu intensiv und zu lange am Daumen gelutscht  oder sich anderes Verhalten angewöhnt, das die Zähne - und eventuell sogar den Kieferknochen - verändert hat.

Deshalb bitten die Kieferorthopäden um möglichst frühzeitige erste Gespräche mit den Eltern: Sie können dann zeigen, was für die Mundgesundheit des Kindes sinnvoll ist und gute Tipps geben, wie man solche „erworbenen Zahnfehlstellungen“ verhindern kann. Das ist wichtig – denn was in der Kindheit versäumt wurde, verfestigt sich mit dem Wachstum des Kindes, seiner Kiefer und der Zähne und muss dann später durch oft langwierige kieferorthopädische Maßnahmen wieder gerichtet werden.

Übrigens: Nicht nur das Nuckeln und Lutschen kann für Kinder zu einem Problem mit größeren gesundheitlichen Folgen werden – auch ein ständig offener Mund wird leicht zu einer Angewohnheit, die einem Kind später nur schwer wieder abzugewöhnen ist. Normalerweise atmet ein Kind nicht durch den Mund – zum Atmen ist die Nase da. Nur wenn der Mund geschlossen wird, kann er das feuchte Milieu, das spezielle Biotop aufrechterhalten und gesund bleiben. Ein offener Mund trocknet leicht aus, was beispielsweise zu erhöhter Karies führen kann – dem „zahnreparierenden“ Speichel fehlt das Wasser, und der Mundgesundheit bleibt  buchstäblich die Spucke weg!

Wenn die Kinder im ersten Lebensjahr die eine oder andere Nuckel-Angewohnheit entwickeln, ist das nicht so dramatisch – aber je länger sie sie beibehalten, desto weniger werden sie sie wieder los, und um so riskanter wird dies für die Mundgesundheit.

Wichtig: Wenn ältere Geschwister wieder mit Nuckeln beginnen, haben sie in der Regel kein Saugbedürfnis – oftmals buhlen sie um Aufmerksamkeit, die das kleine – nuckelnde – Baby offenbar automatisch bekommt. Nuckeln und Saugen sind also oft die sprachlose Bitte um Liebe, Zärtlichkeit und Zuwendung.