Warum...

OBERFLÄCHLICH

Die Zahnoberfläche


Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz im Körper, ein „harter Panzer“ über dem empfindlichen Zahninneren, dem Bereich mit den Gefäßen (Pulpa), die den Zahn am Leben erhalten. Doch Zahnschmelz ist nicht unzerstörbar. Denn obwohl die Oberfläche glatt und glänzend aussieht, täuscht das. Unter einem sehr starken Mikroskop könnte man sehen, dass der Zahnschmelz eigentlich eine Art „Netz“ ist, in dessen offene Bereiche Kristalle eingebettet sind. Das Netz hält die Kristalle, und die Kristalle füllen die Maschen im Netz, beides stabilisiert sich gegenseitig. Die winzigen Kristalle (Hydroxylapatit) bestehen hauptsächlich aus Calcium und Phosphat. Säure kann die Calcium-Phosphat-Verbindung auflösen, der Kristall ist zerstört. Im Netz entsteht eine winzige Lücke, in der sich zahnschädigende Mund-Bakterien verstecken können. Werden sie nicht entfernt, z.B. durch Zähneputzen, vermehren sie sich ungestört.

Die Bakterien ernähren sich von zuckerartigen Stoffen aus der Nahrung (Kohlenhydrate) und scheiden Säuren aus: je mehr Bakterien, desto mehr Säureangriffe auf die Kristalle. Die Zahnoberfläche weicht auf, es entwickelt sich schließlich ein „Einbruch“, ein Loch. Diesen Zustand nennt man Karies.

Zahnschmelz wächst nicht nach – was weg ist, muss eine Zahnfüllung ersetzen. Denn nur eine glatte, dichte Oberfläche kann eine weitere Zahnzerstörung stoppen.

Übrigens: Nicht alle Süßigkeiten führen zu Zahnschäden: Es gibt spezielle Süßwaren mit dem Zahnmännchen ((LINK!)), ein eingetragenes und europaweit anerkanntes Symbol für Zahnfreundlichkeit. Solche Süßwaren (auch Hustensäfte etc.) bieten den Kariesbakterien keine Nahrung, sie enthalten keine Säuren, die den Zahnschmelz schädigen können.

Jetzt wird auch klar, warum Zitronenbonbons ohne Zucker nicht automatisch zahnfreundlich sind: Hier ist zwar kein Zucker drin, möglicherweise aber Zitronensäure. Aus Sicht des Zahnschmelzes ist es egal, woher die Säure kommt – ob aus Süßigkeiten, aus Fruchtsäure oder aus dem knackigen Apfel. Warum die Zähne dennoch so lang stabil bleiben, obwohl sie immer wieder Säuren ausgesetzt sind? Das liegt am Speichel.