Warum...

MEDIZINISCH..

Was passiert medizinisch?


Zu diesem Thema gab es schon immer viele „Geschichten“. In einem rund einhundert Jahre alten Hausbuch heißt es bereits, Eltern (und auch Ärzte) neigten dazu, jegliches Fieber und weitere Probleme des Kindes auf das „Zahnen“ zu schieben und dabei geradezu sträflich zu vernachlässigen, dass Fieber oder Unwohlsein auch zahlreiche andere wichtige Ursachen haben kann. Der fachlich versierte Autor des Hausbuches empfiehlt den Eltern, den Zahnungsvorgang als etwas Natürliches zu sehen und nicht als „Krankheit“. Zusammenhänge mit Hautausschlägen, Fieber, Erbrechen, Durchfall, Krämpfen oder ‚nervösen Zuständen’ hätten in der Regel andere Ursache als das Zahnen.

Fest steht: Wenn das Zähnchen heraus will, ist das ein schmerzhafter Prozess. Das durch den Druck des voranrückenden Zahnes gereizte Zahnfleisch rötet sich: Wie immer, wenn eine Wunde entsteht oder entstehen könnte, schickt der Körper über die Blutbahn Immunzellen zum Schutz. Das Zahnfleisch ist da, wo der Zahn hindurch will, also mehr durchblutet, daher gerötet, und es ist auch leicht geschwollen. Diese Schwellung verengt den Platz für die Nerven im Gewebe, sie werden gedrückt – so entsteht der Schmerz.

Kurz vor dem Zahnen ist die Speichelproduktion erhöht, weshalb den Kindern in dieser Zeit oft etwas Spucke aus dem Mund läuft – ein recht zuverlässiges Zeichen, dass es das erste Zähnchen bald geschafft haben sollte. Ganz sicher ist das eine belastende Zeit für das Kind – auch wenn manches Kind mehr, ein anderes fast gar keine Schmerzen zu verspüren scheint, eines also unruhiger sein kann als ein anderes.